01.06.26 Ackerfreunde – Lok Ruhr 4-2   Kürzlich aktualisiert!


Tobias und die Ackerfreund sind inzwischen eine Allianz fürs Leben, so dass er wieder mit folgendem Spielbericht glänzt:

Drei Kisten Bier als Motivationscoach

Eigentlich fing der Abend mit einer absoluten Katastrophe an. Der Platzwart hatte die Kabinenschlüssel eingepackt und mit nach Hause genommen. Bedeutet: Drei Kisten Bier standen eisgekühlt in der Kabine und keiner kam dran.

In der Freizeitliga ungefähr so, als würde man Bayern München den Ball wegnehmen.

Die Kehlen trocken, die Stimmung gereizt und die Wut im Bauch groß. Also blieb den Ackerfreunden nichts anderes übrig, als diese Energie auf dem Platz rauszulassen.

Coach Marek bewies dabei einmal mehr seine taktische Genialität. Nach der Niederlage im Hinspiel erinnerte er sich an die schnelle Offensive von Lok Ruhr und zog einen absoluten Meisterschachzug aus dem Ärmel. Top-Torjäger Paul wurde kurzerhand in die Innenverteidigung versetzt. Gemeinsam mit Marian und Sven sollte dort eine Mischung aus Erfahrung, Tempo und purem Wahnsinn entstehen.

Zusätzlich stellte Marek die Mannschaft konsequent auf Konterfußball ein. Besonders interessant: Die Jungs mit Trikotgröße XXL sollten plötzlich die schnellen Leute sein.

Was zunächst nach einer sehr mutigen Idee klang, funktionierte erschreckend gut.

In der 20. Minute fasste sich Luis ein Herz. Wahrscheinlich dachte er in diesem Moment an die drei verschlossenen Bierkisten, die ihn nach dem Spiel erwarten würden. Mit dieser Motivation zog er aus rund 25 Metern ab und hämmerte die Kugel wie an einer Schnur gezogen unter die Latte.

1:0 – mit dieser Führung ging es dann auch in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel kam Lok Ruhr zunächst zurück und erzielte den Ausgleich. Doch was die Gäste zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Die nächsten 35 Minuten gehörten einem Mann.

Nikolai Bartosch.

Zunächst wurde er von Onsch traumhaft in Szene gesetzt. Niko blieb eiskalt, schaute den Torwart aus und schob zum 2:1 ein.

Wenig später folgte die Szene des Spiels:
Niko schnappte sich den Ball, startete einen ungefähr 60 Meter langen Sprint und ließ die komplette Defensive von Lok Ruhr aussehen wie Verkehrshütchen beim Training. Das 3:1 war die logische Folge.

Es erinnerte ein wenig an den legendären Kugelblitz von Werder Bremen – nur mit deutlich hellerem Teint.

Den Deckel auf die Partie machte dann Marek höchstpersönlich. Natürlich eingeleitet vom überragenden Onsch, der an diesem Abend gefühlt überall seine Füße im Spiel hatte. Aus fünf Metern blieb Marek cool und schob vor den heimischen Fans zum 4:1 ein.

Weil die Ackerfreunde aber bekanntermaßen für Fairplay stehen, durfte Lok Ruhr kurz vor Schluss noch einmal ran. Nach einem Handspiel wurde Arne D. gefragt, ob er den Ball wirklich mit der Hand berührt habe, was er dann auch ehrlich be-jahte.

Elfmeter – Tor – 4:2 – Abpfiff.

Drei Punkte. Vier Tore. Zwei Buden von Niko. Eine taktische Meisterleistung von Marek.

Und die drei Kisten Bier?
Die standen auch nach Spielende noch eisgekühlt und unangetastet in der verschlossenen Kabine.

Trotzdem hörte man auch dank kurzfristig durch Dirk ab- und heran-geschleppten Ersatzgetränken noch lange nach Spielende das Ackerfreunde-Lied rund um die heimische Anlage durch Bochum schallen.

Während Lok Ruhr die Heimreise antreten musste, blieb für die Ackerfreunde die wichtigste Frage des Abends weiterhin unbeantwortet:

Wer zum Teufel hat den Kabinenschlüssel?
Man munkelt, dass die drei Kisten Bier bis heute als verschollen gelten und irgendwann als archäologischer Fund auf dem Sportplatz entdeckt werden.